Geschäftsprozess-Sicherheit zur Verstärkung des Einsatzes von eBusiness-Standards

Kurzbezeichnung: GESINE
Start: August 2012
Ende: Juli 2015
Projektdauer: 3 Jahre
Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Webseite: ​​​www.gesine-digital.de
Projektleitung: ​​Dipl.-Kfm. Thomas Laurer

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Vernetzung der Wirtschaft ist der Austausch von standardisierten Produkt- und Dienstleistungsdaten zur Abwicklung interner und externer Geschäftsprozesse zu einem entscheidenden Innovations- und Produktivitätsfaktor geworden. Aktuelle Statistiken zeigen jedoch, dass gerade der Mittelstand nur bedingt in der Lage ist, ausreichend Kapazitäten bereitzustellen, um mit der sich ständig voranschreitenden Entwicklung des eBusiness und der IT-Sicherheit Schritt zu halten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt daher seit Ende des letzten Jahres im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ das Verbundprojekt GESINE. Das BF/M verfolgt dabei zusammen mit seinen Projektpartnern – unter der fachlichen Leitung von Professor Dr. Torsten Eymann (BF/M, Bayreuth), Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Müller (Uni Freiburg, IIG Telematik) und Dipl.-Inf. Martin Jurisch (AristaFlow GmbH, Ulm) – das Ziel, kleine und mittelständische Unternehmen bei der sicheren Einführung und Nutzung von eBusiness-Standards zu unterstützen.

Die Besonderheit von GESINE liegt in der gleichzeitigen Gewährleistung von Flexibilität und Sicherheit bei der elektronischen Abwicklung von Geschäftsprozessen, wodurch die Akzeptanz erhöht und ein inkrementeller Umstieg auf eBusiness-Prozesse und eBusiness-Standards erleichtert werden soll. Dabei kommt ein Sicherheitsverfahren zur Anwendung, anhand dessen die Verletzung sicherheitskritischer Punkte innerhalb von elektronischen Geschäftsprozessen mittels automatisierter Analysen nachgewiesen werden kann. Damit lässt sich bspw. die Einhaltung von im Vorfeld getroffenen Compliance-Vereinbarungen mit Mitarbeitern, kooperierenden Unternehmen oder Kunden überprüfen. Dabei deckt GESINE all diejenigen Schwachstellen im Prozess (z.B. beim Datenaustausch mit Lieferanten oder der Verwaltung) auf, bei denen die Sicherheit gefährdet oder Sicherheitsstandards verletzt werden. Eine solche durchgängige Berücksichtigung der Sicherheit ist eine Besonderheit und ein Alleinstellungsmerkmal von GESINE auch gegenüber bestehenden Lösungen bekannter Beratungs- und Software-Unternehmen.

Ergänzend wird im Rahmen von GESINE ein Schulungs- und Beratungskonzept erstellt. Über Online- und Präsenzschulungen soll eine klar strukturierte und leicht nachvollziehbare Hilfestellung bei der Einführung von eBusiness-Standards angeboten werden. Darüber hinaus unterstützt GESINE die Unternehmen bei einer anschließenden Zertifizierung, damit diese mit ihren neu geschaffenen Sicherheitsstandards auch eine entsprechende Außenwirkung erzielen.

Die im Zuge von GESINE zusätzlich angebotene Beratung und Unterstützung bei der Bewertung von Kosten und Nutzen von eBusiness-Standards stellt eine Chance dar, gerade den bisher offline arbeitenden kleineren KMU einen praktikablen Weg zum eBusiness zu ebnen. Durch die nachvollziehbare Prüfung von Geschäftsprozessen auf Sicherheitsmängel und Schwachstellen bietet GESINE bei gleichzeitiger Sicherstellung von Standardkonformität und Kostensicherheit einen zukunftsträchtigen Ansatz, bisherige Bedenken aufzulösen und den KMU eine nachhaltige Lösung zur Verstärkung des Einsatzes von eBusiness-Standards anzubieten.

Nach der erfolgreichen Bewilligung des Projekts durch das BMWi und den zuständigen Projektträger (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) wurde das Projekt GESINE – zusammen mit anderen Förderprojekten des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“ – im September 2012 im Rahmen einer großen Auftraktveranstaltung in Bonn erfolgreich gestartet. Im Fortgang der bisherigen Arbeitstreffen aller Projektpartner konnten bereits die ersten Aufgaben erfolgreich in Angriff genommen werden.

Hintergrund

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will mit Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ einen Beitrag dazu leisten, die Prozesskosten in der Wertschöpfung mittels des Einsatzes von eBusiness-Standards gesamtwirtschaftlich zu senken, und die Effizienz der betrieblichen Prozesse in KMU und Verwaltung zu steigern. Dadurch soll die Wettbewerbsposition deutscher KMU im nationalen und internationalen Rahmen durch IKT-basierte Effizienzsteigerungen, insbesondere bei der Prozessoptimierung verbessert und der auf elektronischen Medien und Formaten basierende Austausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung gefördert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten www.mittelstand-digital.de und www.gesine-digital.de.