Modellierung, Selbskomposition und Selbstkonfiguration von Referenzprozessen auf Basis semantischer Konzepte (SEMPRO)

Kurzbezeichnung: SEMPRO
Start: April 2007
Ende: November 2009
Projektdauer: 2 Jahre
Projektträger Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektpartner: ​​Prof. Dr. Bernhard Bauer​, Professur für „Programmierung verteilter Systeme“ am Institut für Informatik der Universität Augsburg
Kontakt: ​​Prof. Dr. Buhl

In Zeiten dynamischer Marktveränderungen müssen insbesondere Unternehmen, die in elektronische Wertschöpfungsnetzwerke eingebunden sind, schnell ihre Geschäftsprozesse anpassen oder gar restrukturieren können. Instrumente der traditionellen Prozessmodellierung und -optimierung erscheinen, um dieser Anforderung zu entgegnen, nicht ausreichend bzw. teilweise auch gar nicht geeignet. Die Gründe hierfür sind, dass die Anforderungen nach einer dynamischen (schnellen), flexiblen (Varianten im Sinne unterschiedlicher Prozessergebnisse, um bspw. kundenindividuelle Lösungen zu ermöglichen) und einer unter ökonomischen Aspekten effizienten Generierung bzw. Anpassung existierender Abläufe im Unternehmen verlangen. Traditionelle Ansätze zum Prozess(re)design besitzen jedoch i. d. R. einen hohen Anteil an manuellen Tätigkeiten. Diese sind zum einen bedingt durch die Modellierungstechniken selbst sowie zum anderen auch durch den hohen Kommunikations- und Abklärungsbedarf aufgrund einer unterschiedlich verwendeten Terminologie.

Zur Lösung beitragen kann hier aus unserer Sicht eine höherer Automatisierungsgrad, d. h. eine (teil)automatische Erstellung und Anpassung von Prozessmodellen, die mit Hilfe von Web Services ausführbar sind. Diese Zielsetzung liegt dem DFG-Projekt SEMPRO zugrunde. Dabei soll durch die Semantisierung von Prozessbeschreibungen (genauer: einzelner Prozessaktionen) und der zur Prozessausführung notwendigen Web Services eine (teil-) automatische Planung von Prozessen (Komposition von Prozessaktionen) ermöglicht werden.

Konkret wird deshalb ein eigener Planungsalgorithmus (SEMPA – SEMantic-based Planning of Activities) entwickelt, mit Hilfe dessen für ein definiertes Problem eine automatisierte Komposition von Prozessaktionen zu ausführbaren Prozessmodellen erfolgen kann. Diese Modelle können als Menge zulässiger Lösungen für ein gegebenes Problem in Form von Aktivitäten (nach der UML-Nomenklatur) zurückgegeben werden. Die untenstehende Abbildung verdeutlicht hierbei die Zusammenhänge und spezifiziert die verwendeten Begriffe. Hier soll der Planungsalgorithmus für das (fachlich) definierte Problem – basierend auf einer semantischen Beschreibung der Anwendungsdomäne (Ontologie) und der Beschreibung verfügbarer Prozessaktionen (PA) in einer Bibliothek – die Erstellung ausführbarer Prozesse unterstützen.

Folgeprojekt: SEMPRO²​ ​​​​