Digital Life

Die Digitalisierung ist ein Schlagwort, das nun schon seit den 1980er Jahren Einzug in das Leben von Unternehmen und Privatpersonen hält. Angefangen bei kostspieligen Großrechnern, entwickelt sich dieser Trend heutzutage immer schneller und mittlerweile ist die Digitalisierung in eine Vielzahl unserer Lebensbereiche eingedrungen. Heute stehen technologische Neuerungen nicht mehr nur Unternehmen zur Verfügung, sondern sind auch Privatpersonen offen zugänglich, wie die Beispiele Wearables, SmartHome oder Connected Cars zeigen. Dieses neue, digitale Leben birgt viele Herausforderungen, aber auch radikale Innovationen und Lösungen. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns mit dem Thema Digital Life, der Digitalisierung des menschlichen Lebens in allen Lebensbereichen. Dabei untersuchen wir den Umgang mit und die Entwicklung von Informationssystemen für Individuen, Teams und Organisationen.

Die Fragestellungen, die mit dem Digital Life einhergehen, sind vielfältig und müssen ganzheitlich betrachtet werden. Deswegen betrachten wir die verschiedenen Facetten des Digital Life in interdisziplinären Teams und setzen dabei auf unterschiedliche Methoden und Ansätze aus den Bereichen der Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Informatik, und Psychologie. Daraus ergeben sich für die Bereiche Forschung, Lehre und Praxis drei große Fragestellungen:

– Wie kann der Nutzen von Informationssystemen und Informationen für einzelne Individuen erhöht werden?

– Wie verändert Digitalisierung den Arbeitsplatz von heute und wie sollte der digitale Arbeitsplatz der Zukunft aussehen?

– Welche Potentiale bietet die Digitalisierung für das Gesundheitswesen und wie können diese nachhaltig erschlossen werden?

Hieraus ergeben sich für uns im Kern drei Handlungsfelder: Individual Information Systems, Enterprise Information Systems und E-Health. Zur Beantwortung der auftretenden Fragestellungen setzen wir sowohl gestaltungs- als auch verhaltensorientierte Forschungsmethoden (z. B. Entwicklung von Software-Prototypen, Fallstudien, Experimente, Umfragen) ein. Durch unsere starke Vernetzung mit Unternehmen und anderen Forschungsinstituten können wir angewandte Forschung, die interessante Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, betreiben und nachhaltig Mehrwert für Unternehmen und Privatpersonen stiften.

E-Health: Im Bereich E-Health widmen wir uns den Innovationspotentialen im Gesundheitswesen. Schwerpunkte sind dabei die digitale Vernetzung von Akteuren, die Analyse von Gesundheitsdaten und ein umfangreiches digitales Gesundheitsmanagement. Technologie kann dabei einen großen Beitrag zur Optimierung psychischer Beanspruchung und zur Erkennung von beispielsweise Technostress leisten. E-Health ermöglicht es Krankenhäusern, Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern, Prozesse grundlegend zu optimieren und dadurch große Verbesserungen in der Qualität der Versorgung und Behandlung von Patienten zu erzielen. Zusätzliche Komplexität entsteht dabei durch Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens.

Aus diesem Grund gehen wir in diesem Forschungsbereich Fragestellungen zusammen in unserem Kooperationsnetzwerk bestehend aus verschiedensten Forschungspartner aus den Fachbereichen der Informatik, Medizin, Gesundheitsökonomik, Rechtswissenschaften, Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie innovativen Unternehmen und renommierten Forschungsinstituten an, mit denen wir beispielsweise über das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung und die Themenplattform Digitale Gesundheit/Medizin des Zentrum Digitalisierung.Bayern vernetzt sind.

Individual Information Systems (IIS): Ein heimisches WLAN Netzwerk verbindet heutzutage nicht mehr nur einen Computer mit dem Internet. Gerade im privaten Umfeld werden neben den klassischen Geräten wie Smart Phone, Tablet und Notebook zunehmend neue Technologien erschlossen. Dabei sind alle diese Anwendungen, wie beispielsweise Wearables, Smart Home und das Connected Car mit umfangreichen Sensoren ausgestattet. Diese Sensoren bieten ein umfassendes digitales Abbild unseres Lebens. Über das Verhalten einer Person im Umgang mit den Technologien lassen sich dann wiederum Rückschlüsse auf verschiedenste Faktoren schließen (z. B. Stress, Müdigkeit, etc.).

In diesem Forschungsbereich ist es unser Ziel durch Konzepte und Methoden der Wirtschaftsinformatik Individuen und deren Umgang mit Informationen und Informationstechnik zu analysieren und Informationssysteme entsprechend zu gestalten, um deren Nutzen für Individuen zu erhöhen und Risiken und Nebenwirkungen abzuschwächen.

Enterprise Information Systems (EIS): Bereits seit Längerem treten Informations- und Kommunikationstechnologien als Enabler für neue Geschäftsprozesse auf und revolutionieren dadurch die Art wie wir arbeiten. Allerdings müssen Unternehmen genau betrachten, inwiefern Technologien und Systeme am Arbeitsplatz ihre Mitarbeiter unterstützen, beeinflussen oder vielleicht sogar belasten. Ein heller Arbeitsplatz beispielsweise schafft produktivere und gesündere Mitarbeiter und ist bereits im Arbeitsschutzgesetz vorgesehen. Bei neuen IT-Lösungen stellt sich die Frage nach dem Nutzen jedoch regelmäßig aufs Neue. Dies gilt beispielsweise für die Frage, wie sich Trends wie Home-Office oder die zunehmende, fast ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter auf deren Produktivität und Wohlbefinden auswirken?

Der ständige Wandel der Informationssysteme und -technologien erschwert die Gestaltung eines modernen Arbeitsplatzes deutlich, bietet aber auch enorme Potentiale. Deswegen beschäftigen wir uns in diesem Forschungsbereich mit der Analyse von Akzeptanz und Auswirkungen neuer IT-Lösungen und unterstützen Unternehmen bei der sinnhaften Einführung produktivitätssteigender Lösungen am Arbeitsplatz.


    • Hilti (seit 2013):
      Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz moderner Kommunikations- und Kollaborationstechnologien

    • Hilti (2012):
      Design des Entwicklungsprozesses für mobile Anwendungen und Umsetzung dessen IT-Unterstützung sowie Industrialisierung von Social Collaboration Services

    • Employee Portal Benchmark (2008 – 2009):
      Benchmarkingstudie zur Erfolgsanalyse des Einsatzes von Unternehmensportalen mit 22 teilnehmenden Unternehmen verschiedener Branchen​
Basierend auf den Ergebnissen der Forschungsprojekte veröffentlicht das Kernkompetenzzentrum FIM regelmäßig in internationalen Zeitschriften und Konferenzen. Ausgewählte Veröffentlichungen sind:

Der Wissensarbeitsplatz der Zukunft: Trends, Herausforderungen und Implikationen für das strategische IT-Management
in: HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 53, 1, 2016, S. 16-28
Urbach, Nils
Ahlemann, Frederik
Die Digitalisierung der Wissensarbeit – Handlungsempfehlungen aus der Wirtschaftsinformatik-Forschung
in: HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 53, 1, 2016, S. 5-15
Köffer, Sebastian
Urbach, Nils
Corporate Adoption of Social Computing: A Process-Based Analysis
in: Journal of Information Technology Case and Application Research, 14, 2, 2012, p. 3-27
Räth, Philip
Urbach, Nils
Smolnik, Stefan
Butler, Brian S.
Evaluating Mobile Business Applications in Service and Maintenance Processes: Results of a Quantitative-empirical Study
in: Proceedings of the 19th European Conference on Information Systems (ECIS), Helsinki, Finland, June 2011
Legner, Christine
Nolte, Christoph
Urbach, Nils
An Empirical Investigation of Employee Portal Success
in: The Journal of Strategic Information Systems, 19, 3, 2010, p. 184-206
Urbach, Nils
Smolnik, Stefan
Riempp, Gerold
Enabling Usage Control through Reputation Objects: A Discussion on e-Commerce and the Internet of Services Environments
in: Journal of Theoretical and Applied Electronic Commerce Research, 5, 2, 2010, p. 59-76
Alnemr, Rehab
König, Stefan
Eymann, Torsten
Meinel, Christoph
Neben seiner Projekttätigkeit engagiert sich das Kernkompetenzzentrum FIM, um den Wissensaustausch mit Kollegen aus Forschung und Praxis zu fördern. Ausgewählte Aktivitäten sind:

    • Multikonferenz Wirtschaftsinformatik (MKWI), Paderborn, 2014: Track „Adoption, Nutzung und Erfolg von Artefakten in der WI“

    • Multikonferenz Wirtschaftsinformatik (MKWI), Paderborn, 2014: Track „CSCW und Social Computing“ “

    • Multikonferenz Wirtschaftsinformatik (MKWI), Paderborn, 2014: Track „Prescriptive Analytics in IS“

    • 12. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik (WI), Oldenburg, 2015: Track „Dienstleistungen und hybride Wertschöpfung in der Digitalen Gesellschaft“

    • 23. European Conference on Information Systems (ECIS), Münster, 2015: Track „Service Innovation, Engineering, and Management“
Universität Augsburg

    • Value-based Customer Relationship and Process Management (Master)

​Universität Bayreuth

    • Projektseminar zur Hilti Case Challenge (Bachelor)​

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