Mediheld – gesamtheitliche Versorgung im ländlichen Raum

Kurzbezeichnung: Mediheld
Start: Juni 2014
Ende: ​​Dezember 2014
Projektdauer: 6 Monate
Kontakt: ​​Prof. Dr. Björn Häckel​

Eine effiziente häusliche, ambulante Patientenversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten ist in Deutschland aufgrund von strengen rechtlichen Vorschriften schwierig umzusetzen. Im Normalfall erfolgt die Abgabe von Arzneimitteln und medizinischen Produkten noch immer unter Verwendung eines gedruckten Papierrezeptes. Eine schnellere und weniger aufwändigere Versorgung älterer und eingeschränkter Menschen könnte durch die Verwendung von digitalen Kollaborationsplattformen verbessert werden. Neue Ansätze, wie das eRezept im Rahmen der elektronischen Gesundheitskarte konnten sich jedoch nicht durchsetzen oder verzögern sich. Das Projekt Mediheld setzt daher nicht auf eine vollständige Abschaffung des Papierrezeptes, sondern ergänzt dieses durch eine digitale Kollaborationsplattform für die beteiligten Akteure, durch die die Patientenversorgung effizienter erfolgen kann. Das Projekt Mediheld wird unter Federführung der groupXS Solutions GmbH zusammen mit der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT an der Universität Bayreuth, dem Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialwirtschafts- und Gesundheitsrecht an der Universität Bayreuth sowie der Schug Gruppe umgesetzt. Dies unterstreicht die Interdisziplinarität des Projektes zwischen Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und der Informatik. Für die Gestaltung der Kollaborationsplattform und der ihr zu Grunde liegenden Prozesse ist nicht nur fundiertes Know-how in der Softwareentwicklung, sondern auch eine Prüfung auf rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. Datenschutz) sowie die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells notwendig. Das Projekt Mediheld geht erstmalig ein Thema an, das vor allem den ländlichen Raum durch den demographischen Wandel zunehmend betreffen wird. Insbesondere die Bevölkerung der durch Abwanderung betroffener Gebiete wird in Zukunft einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen. Die häusliche ambulante Pflege in diesen Gebieten ist – unter den aktuellen rechtlichen Vorschriften – geprägt von einem hohen Koordinations- und Zeitaufwand, im Besonderen auch durch lange Fahrtstrecken zwischen Arzt, Pflegedienst, Apotheke, Sanitätshaus und Patient bzw. Angehörigen, die für eine Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten zurückgelegt werden müssen. Hier gilt es die Beteiligten der Pflege gezielt durch Innovationen zu unterstützen und zu entlasten, so dass eine effizientere und längere Pflege im häuslichen Bereich ermöglicht wird. Das Projekt Mediheld trägt dazu bei, indem eine digitale Plattform geschaffen wird, die die Kommunikation und Koordination zwischen den Beteiligten Akteuren verbessert. Somit wird nicht nur primär die Lebensqualität der Patienten verbessert, sondern auch der Kosten-, Verwaltungs- und Zeitaufwand der an der Pflege beteiligten Akteure reduziert.