Der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Kollektive Intelligenz Menschlicher Gruppen

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Start: 09/2017
Ende: 03/2019
Projektdauer: ​​18 Monate
Projektleitung: ​Prof. Dr. Henner Gimpel​​

Die Zusammenarbeit in Gruppen ist im Arbeitsleben weit verbreitet. Unternehmen sind daran interessiert, ihre Mitarbeiter in leistungsstarken Gruppen zu organisieren und sie mit Technologien zu unterstützen. Hierbei ermöglicht der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) natürliche Grenzen der Zusammenarbeit wie Ort und Zeit zu überwinden. Diese virtuelle Zusammenarbeit wird im Zeitalter der Digitalisierung immer stärker genutzt. Jedes individuelle Gruppenmitglied besitzt ein bestimmtes Maß an individueller Intelligenz. Gleichermaßen zeigt die Forschung, dass Gruppen ein bestimmtes Maß an kollektiver Intelligenz besitzen. Die kollektive Intelligenz einer Gruppe beschreibt dabei deren inhärente Fähigkeit, eine Vielzahl von kognitiven Aufgaben gut auszuführen. Da die kollektive Intelligenz in diesem Sinne jedoch zunächst im Rahmen von Gruppen festgestellt wurde, die von Angesicht zu Angesicht zusammengearbeitet haben, ist bislang unklar, in wie weit dieses Phänomen auch auftritt, wenn Gruppenarbeit über digitale Technologien vermittelt wird. Es gibt erste Studien hierzu, jedoch gibt es bislang keine einschlägige Theoriebildung oder empirischen Ergebnisse bezüglich des Einflusses von IKTs auf das Vorkommen und die Struktur kollektiver Intelligenz. Aus diesem Grund zielt dieses Projekt darauf ab, herauszufinden, wie IKTs mit unterschiedlichem Grad an Medienkapazität die Existenz sowie die Struktur kollektiver Intelligenz beeinflussen. Eine umfassende Analyse des aktuellen Forschungsstandes sowie ein eigenes Experiment unterstreichen die Notwendigkeit einer weiteren Erforschung dieses Gebietes. Hierzu wird ein Arbeitsprogramm über 18 Monate vorgeschlagen, welches die Existenz sowie die Struktur kollektiver Intelligenz in IKT-unterstützer Gruppenarbeit analysiert. Methodisch liegt der Fokus auf einem Laborexperiment gepaart mit faktoranalytischen Methoden der Datenanalyse.