ILLumINE – Intelligentes, datengetriebenes und netzstabilisierendes Energieversorgungsmanagement für Industrieunternehmen

Der sukzessive Rückgang traditioneller Energieträger und der gleichzeitige Ausbau von regenerativen Energien stellt vor allem energieintensive Industrieunternehmen vor Herausforderung im Umgang mit immer stärker schwankenden Strompreisen und der Gefährdung der Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Konsortialprojekt »ILLumINE« eine digitale Energiemanagementplattform, welche Eigenerzeuger, flexible Verbraucher und Fremdbezug steuert und neben einer wirtschaftlich sinnvollen Steuerung auch einen netzstabilen Betrieb sicherstellt.

Der zunehmende Verzicht auf Kern- und Kohlekraftwerke sowie der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind aktuelle Trends der Energieerzeugung in Deutschland. Insbesondere der wachsende Anteil an regenerativen Energieträgern führt dabei zur zunehmenden Gefährdung der Versorgungssicherheit und verstärkt die Fluktuation der Strompreise. Dies stellt Industrieunternehmen vor enorme Herausforderungen, da sich steigende und stark schwankende Energiekosten negativ auf deren Produktionskosten auswirken. Intelligente Energiemanagementlösungen mit integrierter Betrachtung von Eigenversorgung, Fremdbezug und flexiblem Verbrauch gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund wurde das Konsortialprojekt »ILLumINE« ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer digitalen Energiemanagementplattform für Industriekunden. Das Herzstück der Plattform ist ein eigens entwickelter, komplexer Optimierungsalgorithmus, welcher – basierend auf Informationen von Generatoren, Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Energiespeichern, Strommärkten und Verbrauchern – ein intelligentes, datengetriebenes und netzstabilisierendes Energieversorgungsmanagement automatisiert und in Echtzeit ermöglicht. Die Anwender der Plattform sollen dabei spezielle User-Interfaces erhalten, über welche nutzerspezifische Ziele und Rahmenbedingungen in Form von Parametern festgesetzt und aktuelle sowie historische Daten zum Stand der betrieblichen Energieversorgung analysiert werden können. In Phasen hoher Strompreise können so beispielsweise Gasmotoren oder Batterien zur Deckung des Eigenenergiebedarfs flexibel eingesetzt werden. Zudem kann es in Hochpreisphasen wirtschaftlich sinnvoll sein, einen Energieüberschuss zu produzieren und diesen an den Energiemärkten zu verkaufen, wodurch auch ein Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes geleistet wird. Zusätzlich bietet die Plattform die Möglichkeit einer Abkopplung vom Stromnetz, um bei Stromausfällen eine stabile, autarke Energieversorgung sicherstellen zu können.

Zur Erprobung unterschiedlicher Betriebsweisen wird die Plattform nach erfolgreicher Implementierung an einem Demonstrator getestet. Ein entsprechendes Microgrid entsteht momentan auf dem Werksgelände der MAN Energy Solutions in Augsburg. Das interdisziplinäre Projektteam besteht aus Experten aus der Forschung (Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT) und Praxis (MAN Energy Solutions und XITASO).