Kennzahlenbasierte Echtzeitsteuerung besonders agiler Prozesse (KEBAP)

Zusammenfassung
Die Prozessorientierung ist ein zentraler Treiber des Unternehmenserfolgs. Unternehmen aller Größen und Branchen nutzen Prozessmanagementsysteme (z.B. Modellierungswerkzeuge, Workflow-Management-Systeme), um ihre Geschäftsprozesse (z.B. Produktionsplanung und -steuerung, Bearbeitung eingehender Serviceanfragen) effizient durchzuführen. Aktuelle Prozessmanagementsysteme basieren jedoch auf der Annahme, dass Prozesse wenige Ausführungsvarianten haben und sich diese vor der Ausführung exakt vorausplanen lassen. Aufgrund der steigenden wirtschaftlichen Komplexität und Dynamik, die die Digitalisierung weiter verstärkt, ist diese Annahme jedoch nicht mehr gültig. Marktübliche Prozessmanagementsysteme kommen somit an ihre Grenzen. Sie erfüllen die hohen Anforderungen nicht, die agile Prozesse an eine IT-Unterstützung stellen. Es fehlt insbesondere an praxistauglichen Konzepten und Realisierungen agiler Prozessmanagementsysteme, die über Forschungsprototypen hinausgehen.
Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel des Projekts in der Entwicklung eines agilen Prozessmanagementsystems, das kennzahlenbasierte Ausführungssteuerung agiler Prozesse unterstützt.
 
 

Zentrale Grafik

Ausführliche Darstellung
Das Forschungsprojekt KEBAP konzentriert sich auf produzierende KMU sowie auf Dienstleistungsunternehmen, in denen eine IT-basierte Ausführungsunterstützung für Geschäftsprozesse sinnvoll eingesetzt werden kann. Gerade diesem Markt wird im Zuge der digitalen Transformation ein besonders hohes betriebswirtschaftliches Potential zugesprochen. Gleichzeitig sind KMU auch in besonderem Maße von Risiken des Wandels ihres Geschäftsmodells hin zur digitalen Produktion bzw. digitalen Dienstleistungserbringung betroffen, da sie im Vergleich zu Großunternehmen über geringere Budgets, begrenzte Ressourcen sowie eine deutlich kleinere Risikotragfähigkeit verfügen. Da aufgrund ansteigender Komplexität zumeist ein großer Teil der Mitarbeiterkapazität im operativen Geschäft gebunden ist, fehlt es oftmals zudem an Überblick und Strategien, um den unternehmensspezifischen Einsatz zukunftsweisender Technologien voranzutreiben. Auf dem Weg durch die digitale Transformation benötigen KMU daher einer besonderen Unterstützung. Ein komparativer Wettbewerbsvorteil von produzierenden KMU und KMU-Dienstleistern im Vergleich zu Großunternehmen ist deren Agilität. Das vorliegende Forschungsprojekt soll genau dazu beitragen, diesen Wettbewerbsvorteil auszubauen und im Zuge der digitalen Transformation zu stärken. Eine Ausstattung von KMU mit zukunftsweisenden Technologien ist daher unumgänglich, um sie auch künftig als Motor der deutschen Wirtschaft zu wahren.
Das Ziel des Projekts besteht in der Konzeption, Demonstration und Evaluierung eines agilen Prozessmanagementsystems, das die Modellierung und kennzahlenbasierte Ausführungssteuerung agiler Prozesse unterstützt. Demonstration und Evaluierung erfolgen mittels eines Software-Demonstrators als IT-Artefakt im betrieblichen Umfeld. Das geplante agile Prozessmanagementsystem hilft, die Prozesse von Unternehmen anpassungsfähig zu machen, die Fähigkeit auf unerwartete Kundenwünsche zu reagieren auszubauen und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu steigern.