inContAlert

Die Entwicklung eines Sensorsystems zur Messung des Füllstands der Harnblase

inContAlert

inContAlert ist ein tragbares Sensorsystem zur nicht-invasiven Messung des Füllstands der Harnblase. Das Gerät gibt Inkontinenzpatienten einen Alarm, wenn ein vordefinierter und ggf. kritischer Füllstand erreicht wird. inContAlert minimiert dadurch das Risiko eines unkontrollierten Urinverlustes und ermöglicht ein normales und unbeschwertes Leben.

Patienten mit einer neurogenen Blasenfunktionsstörung, wie sie bspw. Querschnittpatienten haben, leiden unter unkontrolliertem Urinverlust und dem Risiko eines Rückstaus des Urins in die Nierenregion. Letzteres wird durch den vesikorenalen Reflux verursacht, bei dem der Urin durch einen Überlauf der Blase zurück in die Nieren drückt.

Um die Folgen eines unkontrollierten Urinverlusts zu mildern, tragen Patienten Einlagen, Windeln oder Urinal-Kondome. Die gezielte Entleerung nehmen sie dann durch Katheterisierung vor, falls eine durch den Körper selbst gesteuerte Entleerung aufgrund motorischer Einschränkungen nicht mehr möglich ist. Nachdem sie kein Wissen über den exakten Füllstand haben, kathetern sie nach Zeitintervallen oder auf Basis eines Trinkprotokolls. In der Folge katheterisieren sich Patienten im Schnitt acht statt der benötigten drei bis vier Mal, um den unkontrollierten Urinverlust oder schädlichen Rückfluss des Urins in die Nierenregion zu verhindern. Sie müssen mit der Inkontinenz leben, was zu einem untragbaren Verlust an Lebensqualität führt.

Das nicht-invasive Sensorsystem inContAlert digitalisiert den aktuellen Füllstand der Blase und sendet eine Warnung an das Smartphone des Benutzers, wenn der Füllstand zu hoch ist. Ebenso können Patienten oder assistierende Personen (z.B. in Pflegeheimen) den Füllstand der Blase überwachen und nur nach Bedarf katheterisieren. Sowohl unhygienische und die Nieren gefährdende „Unterkatheterisierung“ als auch Harnwegsinfekte hervorrufende und Material verschwendende „Überkatheterisierung“ könnten vermieden werden. Patienten wären so in der Lage, ihren Alltag zu planen und mit ihrem Handicap zu leben – für ein selbstbestimmtes, würdiges Leben in unserer Gesellschaft.

Kurzbezeichnung inContAlert
Förderung Medical Valley Award
Projektträger Projekträger Bayern/ bayern innovativ
Förderprogramm M4
Fördernummer laut Bescheid M4-1906-0001
Start 01.11.2019
Ende 31.10.2021
Projektdauer 2 Jahre
Projektleitung Jannik Lockl

Extended Abstract einer Studie zu inContAlert